Alan Glynn: Winterland
Der Krimi zum korrupten Irland am Rand der Wirtschaftskrise (2009 erschienen).
Zwei Männer mit dem gleichen Namen und aus der gleichen Familie sterben in der gleichen Nacht. Der Jüngere, einer dieser Gangsterhengste, wird erschossen, gangland murder, heißt es.
Sein Onkel, ein aufrechter Bürger und Ingenieur, stirbt bei einem Autounfall. Angeblich.
Gina, Tante bzw. Schwester der Beiden, glaubt nicht an Zufall, geht dem Ganzen nach und trifft auf heftigsten Widerstand - aber auch auf Hilfe aus unvermuteter Ecke.
Soweit die Story. Spannend hingegen ist die kenntnisreiche Beschreibung der Verknüpfung von Politik, Bauboom, Gangland und allgemeiner Korruption.
Jeder Politiker im Buch kommt einem irgendwie bekannt vor, die Baubonzen sind sehr drastisch und komplex beschrieben, die Ängste der Bauherren, dass jetzt alles den Bach runtergeht, ist greifbar.
Die Geschichte wird immer komplexer, wie sich ganze Familien seit Jahrzehnten die Sitze im Parlament zuschieben, wie die Partei kungelt und vertuscht - Irland ganz schwarz und sehr realistisch.
Klasse Entdeckung!
Höchst empfehlenswertes und spannendes Buch über Irland in der Wirtschaftskrise.