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Wenn ihr Krebs hättet...
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TOPIC: Wenn ihr Krebs hättet...

Wenn ihr Krebs hättet... 2 years, 4 months ago #1732

  • pema
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Das ist jetzt eine hypothetische Frage. Soviel ich weiß, bin ich gesund.

Ich überlege mir aber manchmal, was ich tun würde, wenn ich Krebs hätte. Schließlich hatte ich den schon mal in frühen Jahren. Man weiß also nie. Jedenfalls: Würde ich mich hier in Irland behandeln lassen oder nach Deutschland fahren?

Hier habe ich eine private Krankenversicherung, die gerade für solche Fälle beste finanzielle Sicherheit bedeutet, jedenfalls auf dem Papier. Habe keine Erfahrung mit Praxis. Weiß nicht, ob die EHIC auch für solche Behandlungen in D gilt. Müsste ich mich mal erkundigen.

Hier habe ich auch mehr sozialen Zusammenhalt als in Deutschland, was ja auch wichtig ist in solchen Fällen.

Hier allerdings ist das Gesundheitssystem marode, wie man ja weiß. Aber auch für privat Versicherte?

Ich war hier fast noch nie krank (außer Erkältung), beim Arzt nur mal, um mir die Pille verschreiben zu lassen, in der Krankenhausambulanz nur einmal, weil meine Ohren zu waren und ich fast nichts hörte (war ne Infektion, die mit Nasentropfen behandelt wurde, naja...).

Was also würdet ihr machen, wenn ihr Krebs hättet?

Re:Wenn ihr Krebs hättet... 2 years, 4 months ago #1745

  • Gunnera
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gute, bzw. schlimme Frage.

Wenn man den Medien glauben darf, gibt es lange Wartezeiten fuer die noetigen Untersuchungen.
Mit einer Privatversicherung bekommt man , da man ja estmal bezahlt, schneller einen Termin. Ob das auch bei Krebserkrankungen gilt, wer weiss?
Haben eben im vergangenen Monat von der VHI zur Hibernian gewechselt. Erstens hat die VHI massiv erhoeht, ohne die Leistungen zu verbessern und zum anderen haben wir, aufgrund der auch in Bruessel laufenden Bemuehungen, Auslandsbehandlungen in der EU zu regeln, mal ganz theoretisch bei der VHI nachgefragt. Die gute Dame in Cork hat, obwohl es in den Statuten schwammig geregelt ist, Auslandsbehandlungen, die nicht Notfaelle im Urlaub sind, ausgeschlossen.

Die Hibernian hat da schon klarere Aussagen, aber was mit dem dann zu stellenden Antrag geschieht, wie schnell und wie dann die Bezahlung aussieht, so eine Behandlung kann man ja nicht mal eben vorlegen....

Fragen, die uns nur eine Person beantworten koennte, die so einen oder aehnlichen Fall schon durchspielen musste.

Und ob die medizinischen Moeglichkeiten hier so fortschrittlich sind, wie in D oder anderswo, das waere ja auch noch eine andere Frage bei der Entscheidung, wo man sich behandeln lassen moechte.

Aw: Wenn ihr Krebs hättet... 2 years, 4 months ago #1747

  • pema
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Ich bin bei Hibernian Aviva, und zwar aus dem einzigen Grund, dass die bei solchen Krankheiten die beste und schnellste und umfassendste Behandlung bieten. Auf Papier jedenfalls. Auf die mehrfachen gedeckten Arztbesuche im Jahr kann ich verzichten, da ich keine "Kleinkram"-Krankheiten habe. Ich wollte nur sicher gehen für die wirklich harten Fälle.

Ich habe mich vor Abschluss meiner Versicherung vor einem Jahr unendlich informiert. Hibernia scheint in solchen Fällen wirklich die beste Versicherung zu sein.

Die Untersuchungen dauern so lange nicht. Meine Ärztin hier im nächsten Dorf (bei der ich nur wegen Pillen war) ist da ungeheuer gut. Sie drängte mich zur Krebsuntersuchung, die ja umsonst ist, jedenfalls ab einem bestimmten Alter, und hätte das auch arrangiert. Hängt wohl alles vom lokalen GP ab.
Traute nur aus gutem Grund nicht den Ergebnissen, also den Labors.


Der Vater meines Freundes z. B. hat Krebs. Und jetzt auch seine Mutter. Aber beide sind über bzw. knapp 80, da rast der Krebs nicht mehr so schnell. Ein Vorteil des Alters. Beide leben aber in Cork und wurden im Cork University Dingens behandelt. In beiden Fällen wurden sie sofort behandelt und erfreuen sich immer noch eines guten Lebens.

Die medizinische Versorgung ist hier vielleicht nicht nur schlecht, sondern hängt von Versicherung und Location ab.

Das ist ja meine Unsicherheit. Ich denke, dass Mediziner hier nicht so schlecht sind. Nur das System für die Armen, also jene nur mit Medical Card, ist beschissen.

Keine Ahnung, da keine Erfahrung.

Re:Wenn ihr Krebs hättet... 2 years, 4 months ago #1749

  • Midori
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schwierige Frage.

Ohne Panik machen zu wollen - aber in Schatzi's Freundeskreis sind so gut wie alle Muetter Anfang 60 an Krebs gestorben. Fast alle. Ich war noch nie auf so vielen Beerdigungen wie hier.

Ich kann es nur als 'Angehoerige' beschreiben, aber das, was wir hier erlebt haben, liest sich nicht schoen.

Meine Schwiegermutter hatte Krebs - vom Brustkrebs, ueber Knochenkrebs, bis zum Gehirntumor. Es hat sich langsam ueber 5 Jahre ausgebreitet, und ich habe sie nicht 'gesund' kennengelernt. Aber die Behandlung hier war der Hammer.

Entweder kam sie von der Chemotherapie mit MRSA nach Hause, oder musste stundenlang im A&E warten (mit Darmblutungen), wurde in ein 16 Bett ward abgeschoben, in dem soviel Betrieb war, dass es wirklich auf keine Kuhhaut mehr ging (Besuchszeiten wurden nie eingehalten, andere Patienten hatten bis zu 8 Besucher gleichzeitig da, ueberall klingelten Handys, von Respekt und Wuerde konnte man nur traeumen.)

Und wir hatten die 'Sonderbehandlung' da Schatzis Bruder zu dem Zeitpunkt noch am UCHG als Arzt gearbeitet hat. Das heisst, er konnte eingreifen, konnte Ergebnisse schneller bekommen, ihr schneller Termine verschaffen, die richtigen Medikamente geben, ihren Fall mit den anderen Aerzten besprechen.

Ohne ihn waere sie wahrscheinlich noch viel eher gestorben.

Ich persoenlich moechte das hier nicht mitmachen, wobei sich die Frage nach der Alternative stellt - hier bin ich, wie du, pema, privat versichert - haette ich die VHI nicht, wuerde ich ziemliche Panik schieben. Man ist zwar meist trotzdem auf die facilities im Regional angewiesen, aber zumindest hat man nicht die extrem langen Wartelisten. In Deutschland habe ich keine Versicherung - ich denke nicht, dass dann eine Erkrankung so gut waere.
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