Ich frage mich das immer wieder, schon rein, weil ich beruflich damit zu tun habe, sei es eigene Reisebücher verfassen oder die anderer übersetzen.
Immer mehr kriege ich Probleme mit der Reisebuchkonzeption an sich, nämlich alles muss detailliert aufgeführt werden, was allerdings voraussetzt, dass Leute bis ins Detail planen. Naja, manchereiner tut das wohl, wenn man zumindest das eine oder andere reisebezogene Forum liest.
Ich hingegen reise am liebsten der Nase nach. Zwar auch mit vorheriger Grobinformation, um zu wissen, wo ist was interessant, aber eigentlich lande ich immer ganz woanders.
Mein letzter nicht-recherchebezogener Urlaub ist schon eine Weile her (Geldmangel), aber mir immer noch in lebhafter Erinnerung, weil wir völlig chaotisch durch Andalusien gegurkt sind. Wir haben in Unterkünften genächtigt, die von Autoren noch nicht einmal erwähnt wurden, schräg oft, überraschend meist. Wir sind durch finstere Stadtteile auf der Suche nach Tapas gezogen und hatten die spannendsten Begegnungen. Wir landeten in Dörfern, die abseits jeglicher Touristenpfade lagen und fanden die viel näher am Geist des Ortes als vielgerühmte "authentische" Dörfer.
Kurzum, kulturelle, menschliche und auch sonstige Begegnungen waren erinnerungswerter als all das Abhaken, was in Reisebüchern steht. Und die Art zu reisen werde ich auch nie ändern.
Wie reist ihr?